Anwesenheitspflicht an der Hochschule

Wie willst du lernen?

Selbstbestimmtes Studieren in Freiheit und Verantwortung oder Studium nach Plan mit verbindlicher Präsenz im Hörsaal oder Seminarraum – die Debatte über das Für und Wider der Anwesenheitspflicht der Studierenden bei Vorlesungen und Seminaren ist mit viel Engagement geführt worden. Studentische Proteste gegen die Bevormundung im Studium waren zwar erfolgreich, aber das Problem ist noch nicht vom Tisch.
Anwesenheitspflicht an der Hochschule

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Das Hochschulzukunftsgesetz NRW verbietet – wie lange von der GEW NRW gefordert – generell Anwesenheitspflichten der Studierenden in Hochschulveranstaltungen. Leider sieht die Praxis an den Hochschulen jedoch oftmals anders aus.

Reform von unten

Auch wenn Anwesenheitspflichten seit Kurzem weitgehend verboten sind, sind sie vielerorts noch nicht abgeschafft. Deshalb gibt es zahlreiche Aktionen von ASten und Fachschaften, die vom systematischen Listenklau bis zu Anwesenheitspflicht-Melde-Aktionen reichen. Wenn es aber nicht nur bei der kurzfristigen Erleichterung bleiben soll, auch mal bei einer Veranstaltung fehlen zu können, brauchen wir mehr: eine echte Studienreform von unten.

Anfangen!

Dafür müssen alle in den Seminaren, Kneipen, Gremien diskutieren und erstreiten: Welche Bedeutung sollen die Hochschulen sowohl für die persönliche als auch für die gesellschaftliche Entwicklung haben? Wie kann Wissenschaft durch Aufklärung zu Emanzipation und gesellschaftlicher Verbesserung beitragen? Und warum muss die Anwesenheitspflicht genau in dem

Seminar, in dem man gerade sitzt, abgeschafft werden? Der Landesausschuss der Studierenden der GEW NRW hat zu diesen und anderen Fragen eine Broschüre erarbeitet.