Bildungsgewerkschaft gestärkt

GEW NRW erfolgreich bei Personalratswahlen 2016

Die engagierte Arbeit der GEW-Kolleg*innen in den Personalräten wurde bei den Personalratswahlen 2016 durch gute Wahlergebnisse belohnt. Die Bildungsgewerkschaft spürt daher Rückenwind für ihre Arbeit in den nächsten Jahren. Gewerkschaft wirkt.
GEW NRW erfolgreich bei Personalratswahlen 2016

Foto: xixinxing/Fotolia.de

Traditionell muss sich die GEW NRW gegenüber der starken Konkurrenz der Lehrerorganisationen im im Deutschen Beamtenbund behaupten. Zudem sind in den letzten Jahren Organisationen entstanden und zur Wahl angetreten, die allein ein spezielles Thema offensiv vertreten. Daher ist es ein deutlicher Erfolg der GEW NRW, dass sie nun erstmals in der Mehrzahl der Bezirkspersonalräte für Lehrer*innen den Vorsitz stellen kann.

GEW NRW dominiert in den Bezirkspersonalräten

In den vergangenen Jahren stellte die GEW NRW regelmäßig den Vorsitz in allen fünf Bezirkspersonalräten für Förderschulen sowie für Gesamt- und Sekundarschulen. Bei den Wahlen 2016 gelang das auch bei den Hauptschulen. Im Grundschulbereich stellt die Bildungsgewerkschaft weiterhin den Vorsitz in den Regierungsbezirken Detmold und Düsseldorf und auch bei den Realschulen wird das künftig – vor wenigen Jahren noch unvorstellbar – in Detmold und Münster so sein. In 19 von 35 Bezirkspersonalräten stellt die GEW NRW also künftig den Vorsitz.

Solide Ergebnisse in den Haupt- und örtlichen Personalräten

Bei den acht Hauptpersonalräten stehen in den Jahren 2016 bis 2020 vier unter Leitung der GEW NRW: Gesamt- und Sekundarschulen, Förderschulen, Hauptschulen sowie – gemeinsam mit ver.di NRW – Schulaufsicht und Schulverwaltung. Bei den örtlichen Personalräten im Grundschulbereich in den 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW halten sich Gewinne und Verluste die Waage. In Herne und Mönchengladbach konnten zwei Mehrheiten zusätzliche gewonnen werden, in Solingen schmerzt der Verlust der Mehrheit der GEW NRW im Personalrat.

Personalratswahlen sind Stimmungsbarometer

Vor der Wahl 2016 gab es Entwicklungen, die eine Prognose erschwerten:

  • Wie wirkt sich der Ausgang der Tarifrunde 2015 aus, in der der Deutsche Beamtenbund sich mit der Arbeitgeberseite auf eine schlechte tarifliche Eingruppierung für Lehrer*innen geeinigt hatte? Wird die Ablehnung dieser Eingruppierung durch die GEW belohnt oder der erneute Misserfolg beim Kampf um eine gerechte Eingruppierung bestraft?

  • Welche Folgen haben die Änderungen der Schulstruktur aufgrund des demografischen Wandels? Wenn zum Beispiel die Zahl der Wähler*innen an Hauptschulen dramatisch zurückgeht – welche Folgen hat das für die GEW NRW?

  • Wie schneidet die GEW NRW bei den erstmaligen Wahlen an der neuen Schulform Sekundarschule ab?

  • Diese Personalratswahlen waren die ersten nach dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz. Die Beschäftigten in den Schulen klagen begründet über die Bedingungen im Gemeinsamen Lernen. Viele Förderschulen stehen vor dem Aus. Wird das  negative Folgen für das Wahlergebnis der GEW NRW haben?

  • Die Arbeitsbelastung steigt. Trifft die Arbeit der GEW NRW die Bedürfnisse der Kolleg*innen  – auch wenn Erfolge oft nur die Abwehr weiterer Verschlechterungen sind?

Angesichts dieser Ausgangslage ist der Wahlerfolg auch eine Bestätigung der Politik der GEW NRW. Zumal auffällt: Es sind gerade die Kolleg*innen der Schulformen, die besonders massiv von schulstrukturellen Änderungen betroffen sind, die der Bildungsgewerkschaft ihre Stimme gegeben haben: Hauptschulen, Sekundarschulen, Gesamtschulen und Förderschulen.

Engagierte Arbeit wird fortgesetzt

Gewerkschaftliche Erfolge bei Personalratswahlen sind kein Selbstzweck. GEW-Kolleg*innen in den Personalräten sind bekannt für ihre engagierte Interessenvertretung; sie werden unterstützt von der starken Bildungsgewerkschaft. Auch 2016 bis 2020 wird gelten: Gewerkschaft wirkt.