Fortbildungstag für Lehramtsanwärter*innen und Junglehrer*innen

Senkrechtstart in den Beruf

Nicht allein der Vorbereitungsdienst, sondern auch der Berufseinstieg stellt vielfältige Anforderungen an junge Lehrer*innen in Nordrhein-Westfalen: Stimme und Körpersprache im Unterricht erfolgreich einsetzen, auf Klassenfahrten die Augen überall haben, mit Störenfrieden richtig umgehen, Elterngespräche kompetent führen. Diese und andere Themen packte die junge GEW NRW beim Fortbildungstag „Senkrechtstart“ an.
Fortbildungstag für Lehramtsanwärter*innen und Junglehrer*innen

Foto: M. Meier

Fortbildungstag für Lehramtsanwärter*innen und Junglehrer*innen

Zum vierten Mal veranstaltete die junge GEW NRW den Fortbildungstag „Senkrechtstart“ für den pädagogischen Nachwuchs an den Schulen. Mit dem Angebot soll jungen Kolleg*innen der Berufseinstieg erleichtert und mögliche Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden.

In diesem Jahr fand der Senkrechtstart mit 70 motivierten Teilnehmer*innen im Gewerkschaftshaus in Essen statt. Die Teilnehmer*innen konnten im Vorfeld aus einem vielfältigen Workshopangebot zwei Themen auswählen. Die Angebote orientierten sich dabei an den unterschiedlichen Alltagssituationen von Lehrkräften und waren insbesondere auf die Bedürfnisse der jungen Kolleg*innen zugeschnitten. Neben Stoppstrategien gegen Unterrichtsstörungen, Tipps für die erfolgreiche Gesprächsführung sowie Techniken für Stimme und Körpersprache gab es auch Wissenswertes zum Thema Schulgesetz. Erfahrene Referent*innen aus der Praxis führten in die Themen ein.

 

Migrationspädagogische Öffnung in Schule und Unterricht

Erstmals gab es in diesem Jahr einen Workshop zum Thema interkulturelle Kompetenzen für den Schulalltag. Die freiberufliche Referentin Miriam Remy ist überzeugt, dass der Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt an vielen Schulen mittlerweile zum Berufsalltag gehört: „Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte nehmen in der migrationspädagogischen Öffnung der Bildungsinstitutionen eine Schlüsselrolle ein.“ Deshalb ist es wichtig, den pädagogischen Nachwuchs darin zu unterstützen, die eigenen interkulturellen Kompetenzen auszubauen und eine diversitätsbewusste Haltung auszubilden. „Sie ist die Grundlage für eine Kultur der Wertschätzung sowohl auf der Unterrichtsebene als auch im Rahmen der Elternbeteiligung. Sie fördert die Teilhabe- und Bildungschancen aller Schüler*innen“, erklärt Miriam Remy.

 

Von Erfahrungen profitieren

Im Verlauf des Tages wurde nicht nur in den Workshops intensiv diskutiert. Auch in den Pausen nutzten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Viele Lehramtsstudierende holten sich Tipps von Teilnehmer*innen, die bereits den Vorbereitungsdienst absolvieren, und diese konnten wiederum von den Erfahrungen der ausgebildeten Junglehrer*innen profitieren.

Die junge GEW NRW nutzte die Möglichkeit, ihre eigene Arbeit vorzustellen und für Mitarbeit und gewerkschaftliches Engagement zu werben. Der Senkrechtstart erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. Die junge GEW NRW hat mit ihrem Fortbildungsangebot den Nerv der jungen Kolleg*innen getroffen. Der Zulauf für den ersten Senkrechtstart in 2015 war besonders hoch. Nur gut, dass ein zweiter Termin schon jetzt fest eingeplant ist. Der nächste Senkrechtstart wird Anfang September in Düsseldorf stattfinden.

Julia Löhr // In: nds 3-2015

 

Eren aus Bielefeld, Lehramtsstudent: "Der Workshop zu Stimme und Körpersprache war ein sehr guter Wegweiser. Er hat mir echt geholfen und  mir die große Bedeutung von beidem verdeutlicht."

Sema aus Essen, Referendarin: "Lehrer*innen müssen so viele Gesetze beachten. Für den Workshop zum Thema Schulgesetz hätte ich daher gerne mehr Zeit gehabt. Ich fand die Vorstellung der jungen GEW NRW super. Jetzt weiß ich, welche Möglichkeiten zur Partizipation es gibt. Ich bin froh, hier gewesen zu sein und kann wirklich etwas mitnehmen."

Felix aus Soest, Referendar: "Der Senkrechtstart war nicht meine erste GEW-Fortbildung und wird sicher auch nicht meine letzte gewesen sein: Man lernt von Profis mit viel Erfahrung. Und man lernt Dinge, die weder im Seminar noch im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung behandelt werden."

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