Klares Bekenntnis zum Menschenrecht auf Bildung

GEW NRW kritisiert Einwanderungspolitik

Die öffentliche Debatte über die Flüchtlingspolitik hat in den letzten Monaten an Schärfe gewonnen. Immer wieder werden in der Debatte auch rassistische und fremdenfeindliche Untertöne laut. Viel zu selten allerdings ist zu hören, dass Flüchtlinge und Zugewanderte selbstverständlich ein Menschenrecht auf Bildung haben. Hier hat die GEW NRW auf dem Gewerkschaftstag in Oberhausen eindeutig Position bezogen.
Klares Bekenntnis zum Menschenrecht auf Bildung

Foto: Yuri Arcurs/istock.de

Mit dem einstimmig gefassten Beschluss „Menschenrecht auf Bildung“ übt die GEW NRW harsche Kritik an der derzeitigen Einwanderungspolitik und bekennt sich dazu, dass das „Menschenrecht auf Bildung“ selbstverständlich zu einem menschenwürdigen und selbstbestimmten Leben in Deutschland gehört. Im Zentrum des Beschlusses, der unter anderem auf Initiative des Ausschusses für multikulturelle Politik gefasst wurde, steht die Forderung nach einer „gelebten Willkommenskultur im Bildungssystem“.

Für die GEW NRW bedeutet eine gelebte Willkommenskultur im Bildungssystem, dass

  • Flüchtlinge und Zugewanderte möglichst zeitnah und intensiv unterstützt und gefördert werden, um ihnen den Zugang zu Bildung zu eröffnen.
  • der Zugang zu Sprachkursen, internationalen Klassen, bildungsbegleitender Sprachförderung und Alphabetisierungskursen
  • erleichtert beziehungsweise ermöglicht wird.
  • die Potenziale und in den Herkunftsländern erworbenen Kompetenzen von Flüchtlingen und Zugewanderten anerkannt werden.
  • die Förderung von Flüchtlingen und  Zugewanderten Aufgabe des gesamten Bildungssystems ist und Lehrkräfte durch Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen unterstützt werden.
  • der verstärkt problematischen Situation in den internationalen Klassen entgegengewirkt wird.
  • Die GEW NRW fordert eine Begrenzung der Klassenstärke auf 15 Schüler*innen, die Schaffung zusätzlicher Lehrerstellen und geeignete Fortbildungen, unter anderem durch die kommunalen Integrationszentren.   

Florian Beer // In: nds 11/12-2014