Ressourcen und Qualifikation sichern

Recht auf Bildung umsetzen

In den letzten Jahren ist eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen durch Neuzuwanderung im Rahmen der EU-Binnenwanderung und durch Flucht nach NRW gekommen. Für sie alle gilt, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, die Schulpflicht und damit das Recht auf Bildung. Dies ist im Schulgesetz verankert.
Ressourcen und Qualifikation sichern

Foto: Gajus/istock.de

Die Schulen in NRW stehen vor der Herausforderung, mit hohem Tempo, begrenzten Ressourcen und oft leider ohne fachliche Vorbereitung diese Kinder und Jugendlichen aufzunehmen und spezifische Bildungsangebote zu gewährleisten. Dabei geht es um eine sehr heterogene Gruppe über verschiedene Altersstufen und schulische Vorerfahrungen, unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen und Leistungsebenen hinweg. Es gibt schulungewohnte und noch nicht alphabetisierte Kinder ebenso wie Kinder, die bereits einen hohen Bildungs- und Leistungsstand mitbringen.

Realisierung der Schulpflicht für neuzuwanderte Kinder
Die Beratung der Familien und die Vermittlung der Kinder an Schulen wird vor Ort durch Schulaufsicht und Kommunale Integrationszentren geleistet. Im Kern gibt es drei vorrangige Maßnahmen, um die Beschulung der neu zugereisten Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten: Auffangklassen ermöglichen die Aufnahme während des Schuljahres, in Vorbereitungsklassen werden die Kinder maximal zwei Schuljahre lang sukzessive in den Regelunterricht einbezogen, in GO-In-Schulen werden zwei bis drei Kinder direkt in die Regelklasse aufgenommen. Alle Schulformen sind verpflichtet, sich an der Realisierung der Schulpflicht für die neuzuwandernden Kinder  zu beteiligen. Hier steht in den nächsten Jahren konzeptionelle Weiterentwicklung an.

Ressourcen und Qualifikation sind das Fundament
Dies alles geht nicht ohne Ressourcen und Qualifikation: Die Landesregierung hat bereits 300 zusätzliche Lehrerstellen für die gezielte Sprachförderung zur Verfügung gestellt. Laut Innenministerium sollen mit dem Nachtragshaushalt weitere 674 Stellen für die schulische Grundversorgung beantragt werden. Zugleich muss die Qualität sichergestellt werden: Lehrkräfte in den Vorbereitungs-, Auffang- oder Internationalen Förderklassen sind hoch engagiert und möchten die Kinder und Jugendlichen professionell auf ihrem Bildungsweg begleiten. Daher ist vor allem eine weitergehende Qualifizierungsoffensive das Gebot der Stunde: Schulen brauchen Beratung und Unterstützung prozessorientierte Begleitung und konkrete Qualifizierung, um kompetente und nachhaltige Konzepte migrationssensibler Unterrichts- und Schulentwicklung umsetzen zu können. Im Auftrag des Schulministeriums sorgt die landesweite Koordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren mit ihren Partnern dafür, dass ein entsprechendes Angebot bereitgestellt und ausgebaut wird.

Christiane Bainski // In: nds 5-2015