Schulische Inklusion in Dortmund

Ein System für zwölf Bezirke

Dortmund ist die Stadt mit der zweithöchsten Inklusionsquote in NRW. Gemeinsamer Unterricht in der Grundschule und integrative Lerngruppen in der Sekundarstufe I (Sek I) sind die Regel und nicht mehr die Ausnahme. In allen Schulformen der Sek I findet gemeinsames Lernen statt. Die GEW Dortmund hat diesen Weg in den letzten Jahren kritisch begleitet und sich mit eigenen Vorstellungen eingebracht.
Schulische Inklusion in Dortmund

Foto: iStock.com/Szepy

Anlässlich der „Entwicklungswerkstatt Inklusion“ des Dortmunder Schulverwaltungsamtes im Sommer letzten Jahres erarbeitete der Dortmunder Stadtverband das Positionspapier „Inklusive Schulentwicklung in Dortmund“ – es stieß schnell auf positive Resonanz! Der Ausgangspunkt war, dass die vorhandenen Ressourcen und die Qualität der sonderpädagogischen Förderung vor Ort gesichert, um- und ausgebaut werden müssen. Unter der Schlagzeile „Inklusion braucht Raum, Struktur und personelle Qualität“ entwickelte die Dortmunder GEW den Vorschlag von „stadtbezirksbezogenen Unterstützungszentren Inklusion“.

Reale Wahlfreiheit schaffen
Basis der Unterstützungszentren sollen die jetzigen Förderschulstandorte (FöS) sein – hier vor allem die FöS Lernen. Durch die Fachzentren könnte ein stadtteilbezogenes Beratungs- und Unterstützungssystem realisiert werden. Gleichzeitig kann darüber in einer Stadt wie Dortmund mit zwölf großen Stadtbezirken der Anspruch eingelöst werden, dass Eltern eine reale Wahlfreiheit über die Schule für ihre Kinder haben. Die Leitung dieser Zentren könnten die bisherigen Schulleitungen der aufzulösenden Förderschulen übernehmen.

Inklusive Schulentwicklung
Die Kommunalwahlen im Mai 2014 waren für die GEW Dortmund Anlass, sich schul- und bildungspolitisch vor Ort einzubringen. Gemeinsam mit der Stadt-Elternschaft führte der Stadtverband eine Diskussionsveranstaltung mit den Oberbürgermeisterkandidat*innen durch und die schulpolitischen Sprecher*innen der Parteien wurden zu einem „Speeddating“ eingeladen. Grundlage für das Einmischen war das kommunalpolitische Forderungsprogramm, das die GEW Dortmund im Frühjahr veröffentlicht hatte. Die Vorschläge „Inklusive Schulentwicklung in Dortmund“ bildeten den Auftakt des Forderungsprogramms. Alle politischen Parteien setzen sich ausführlich in Stellungnahmen mit den Forderungen auseinander. Der Vorschlag „Unterstützungszentren Inklusion“ wurde von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ausdrücklich sowie von SPD und CDU indirekt positiv aufgegriffen. Damit ist ein Ansatzpunkt geschaffen, den neu konstituierten Schulausschuss und die politischen Parteien vor Ort bei der Entwicklung eines Inklusionsplanes für Dortmund zu fordern.
Die GEW Dortmund sieht gute Chancen, ihre Ideen und Vorstellungen auf der kommunal-
politischen Ebene einzubringen und ansatzweise umzusetzen. Eine erste Möglichkeit zum Dialog mit den bildungs- und schulpolitisch Verantwortlichen und Interessierten wird der Schulempfang am 30. September 2014 sein. Zum siebten Mal eröffnet die GEW Dortmund das Schuljahr mit einem eigenen Empfang und bietet somit einen eigenständigen Rahmen für Austausch und Kommunikation auf lokaler Ebene.

Volker Maibaum // In: nds 8-2014