Zukunftsforum Lehrer*innenbildung der GEW

Pädagog*innen von morgen

Schon der Gewerkschaftstag der GEW hatte im letzten Jahr beschlossen, das Thema Lehrer*innenbildung als ein Schwerpunktthema der bildungspolitischen Arbeit in der laufenden Wahlperiode zu setzen. Das Aufgabenspektrum für Lehrkräfte wächst stetig, für die Ausbildung müssen jetzt neue Leitlinien formuliert werden. Dafür wurde das „Zukunftsforum Lehrer*innenbildung“ eingerichtet. Den Auftakt machte die Fachtagung „Außen Lehrer Innen Bildung“ in Leipzig am 25. September 2014.
Zukunftstforum Lehrer*innenbildung der GEW

Foto: K. Herschelmann

Das Zukunftsforum Lehrer*innenbildung soll die gemeinsame Arbeit zu dem Querschnittsthema auf Bundes- und Landesebene unterstützten und vorantreiben: Mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ auf Bundesebene,  „Inklusion in der Lehrerbildung“ als Schwerpunktthema der Kultusministerkonferenz-Präsidentschaft von Sylvia Löhrmann, den „Empfehlungen zur Lehrerbildung“ der Hochschulrektorenkonferenz und nicht zuletzt anstehenden Veränderungen in der Lehrer*innenausbildung der Länder wie der Reform des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) in NRW  haben weitere Akteur*innen in der Bildungspolitik die Lehrer*innenbildung im Fokus.

Langfristige PerspektivenAufgabe des Zukunftsforums ist es, konkrete und innovative Leitlinien zu entwickeln. Diese sollen zu einer langfristig angelegten, gemeinsamen Pädagog*innenbildung führen und eine inklusive, länder- und phasenübergreifende Lehrer*innenbildung ermöglichen alles vor dem Hintergrund einer Schule für alle. Weitere Handlungsstrategien zur bildungspolitischen Umsetzung sollen entwickelt werden. Diese sollen außerdem Perspektiven für die Sonderpädagogik und für die Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen enthalten.

Das Zukunftsforum befasst sich laut Beschluss mit Fragen zu den Inhalten der Lehrer*innenbildung, zu deren Struktur, zu allen Phasen einschließlich einer dritten Berufseingangsphase sowie mit Statusfragen. Es setzt sich aus Teilnehmer*innen zusammen, die „unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus den verschiedenen Handlungsfeldern der Lehrer*innenbildung und der allgemeinen Erziehungswissenschaften einbringen.“

Vier Teilnehmer*innen vertreten NRWDem Plenum gehören die für Lehrer*innenbildung zuständigen Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstands der GEW, Vertreter*innen jedes Landesverbandes, Vertreter*innen der Bundesausschüsse sowie weitere durch den Geschäftsführenden Vorstand bestimmte Expert*innen an. Mindestens ein*e Vertreter*in der Länder soll als Lehrende*r oder Lernende*r in einer der drei Phasen der Lehrer*innenbildung tätig sein. Nordrhein-Westfalen hat vier Teilnehmende entsandt: Maike Finnern, stellvertretende Vorsitzende der GEW NRW, Mischa Meier, Leiter des Referats D, und über den Bundesausschuss Junge GEW Florian Beer. Als Expertin wurde Saphira Shure, die in der Lehrer*innenbildung der Universität Dortmund tätig ist, benannt.

Professionalität und BerufsethosDie stellvertretende Generalsekretärin der Bildungsinternationalen Haldis Holst gab auf der Tagung in Leipzig eine erste Antwort auf die Frage „Was macht eine gute Lehrerin und einen guten Lehrer aus?“ Professionalität und Berufsethos spielen ihrer Meinung nach eine gewichtige Rolle, um eine gute Lehrkraft zu sein. Nach der inhaltlichen Einstimmung und ersten Diskussionen begann am Freitag die zweitägige konstituierende Sitzung des Zukunftsforums mit der Vorstellung der Ergebnisse der neu aufgelegten Studie „Lehrer*innenbildung in Deutschland im Jahr 2014“. Es folgte eine offene Konferenz das sogenannte Open-Space-Meeting, in der es darum ging, Themen zu finden, Arbeitsgruppen festzulegen und den weiteren Arbeitsplan zu entwickeln.

Vier Gruppen treten zeitnah ihre Arbeit an und behandeln Inhalte, Strukturen und Qualität der Lehrer*innenbildung sowie das Thema „Überwindung von Grenzen“. Ihre (Zwischen-)Ergebnisse werden jeweils auf den zweimal jährlich stattfindenden Plenumsveranstaltungen zusammengeführt. Koordiniert wird die Arbeit durch ein Team, dem auch Maike Finnern als eine der beiden Ländervertreter*innen angehört und das an den Hauptvorstand angeschlossen ist.

Maike Finnern // In: nds 10-2014

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