Zwölf Vorsätze für Schulleitungen

Erfolgreich oder gesund? Beides!

Schulleitungsarbeit erfordert ein hohes Maß an professionellem Selbstmanagement. Das Aufgabenpaket wird größer, die Rahmenbedingungen stimmen nicht und der eigene Anspruch ist hoch. Dennoch sind die Teilnehmer*innen der Schulleitungsqualifizierungen (SLQ) der GEW NRW motiviert. Sie streben die Leitung an unter dem Motto: Wir geben unser Bestes, aber nicht unser Leben.
Zwölf Vorsätze für Schulleitungen

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Zwölf Vorsätze helfen, das Leitungshandeln für alle gesundheitsförderlicher zu gestalten.

Das bringen Schulleitungen mit

  • Gelassenheit im Umgang mit den täglichen Herausforderungen: Gemeint ist zum Beispiel, eine Fehlerkultur mit sich und anderen zu pflegen. Fehler sind hilfreich, wenn die Beteiligten daraus lernen.
  • Verlässlichkeit als Grundlage der gemeinsamen Arbeit: Pädagogisches Leitungshandeln basiert auf Grundsätzen und ist transparent.
  • Eine positive Grundhaltung als stetiger Motivator für die Freude am Gelingen: Erfolge werden wahrgenommen und gefeiert.

So gestalten Schulleitungen ihre Schule effizient

  • Sie stellen erreichbare Ziele auf: Das ist Aufgabe jeder Leitung, da erreichte Ziele sichtbare Erfolge sind, die die Motivation für kommende Entwicklungsschritte darstellen.
  • Sie organisieren Prozesse und Strukturen: Kommunikationswege in der Schule und Sekretariatsorganisation sind zwei Arbeitsfelder, in die sich Leitungszeit zu investieren lohnt.
  • Sie delegieren, um Arbeit und Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen: Wer nicht delegiert, muss alles selber erledigen und trägt somit auch die gesamte Verantwortung. Vertrauen in die Stärken des Kollegiums entlastet und fördert neue Denkweisen und Strukturen der Zusammenarbeit.
  • Sie schaffen sich ungestörte Arbeitszeiten: Häufig ist die ständige Ansprechbarkeit ein großer Belastungsfaktor. Festgelegte Regeln für die „geschlossene Bürotür“ können helfen.

So sorgen Schulleitungen für ihre stetige Professionalisierung

  • Sie reflektieren ihr Leitungshandeln: Schulleiter*innen benötigen außerhalb ihres Systems die Möglichkeit, dieses zu hinterfragen. Ob Coaching, Supervision oder kollegiale Fallberatung – sie brauchen Unterstützung, um schwierige Problemstellungen zu bewältigen, und den Perspektivwechsel durch Dritte, um Alternativen für eingefahrene Verhaltensstrukturen zu erfahren.
  • Sie bauen ihre Netzwerke aus: Die Pflege von Kontakten zu beruflichen Netzwerken hilft über den Tellerrand der eigenen Schule hinauszuschauen. Wer mit Freude innovieren will,  braucht Ideen. Um eine Schule gut auszustatten, werden Informationen und Beziehungen benötigt. Wer das Kollegium fördern will, braucht dienstrechtliches und fachliches Know-how. Der berufliche Austausch in Fachverbänden und Gewerkschaften hilft dabei.
  • Sie besuchen Fortbildungen: Schule als lernende Organisation braucht eine Leitung, die gerne selber lernt. Fortbildungen zu besuchen bedeutet, an der eigenen Professionalisierung zu arbeiten.

So organisieren Schulleitungen ihr Leben

  • Sie pflegen Privates: Schulleitungen sollten ihren Tagesablauf so planen, dass Pausen und Freizeit ihren Platz bekommen. Arbeits- und Privatzeiten sollten klar definiert werden. Wöchentliche und tägliche Rituale helfen, gesetzte Vorhaben einzuhalten. Privatbeziehungen müssen gepflegt werden und dürfen nicht zugunsten der Schule geopfert werden. Gute Schulleiter*innen brauchen gesunden Abstand zu ihrer Profession.
  • Sie gehen verantwortlich mit der eigenen Gesundheit um. Dabei handelt es sich um eine immerwährende Aufgabe, die nicht nur im Krankheitsfall zu beachten ist. Auch hier gilt, gerade in arbeitsreichen Zeiten muss die Gesundheitsfürsorge eingeplant werden.

Bekannte Vorsätze? Mag sein, doch in der Umsetzung liegt die Krux. Strategisch kluges Vorgehen und Selbstdisziplin sowie die Unterstützung des Kollegiums und der Schulaufsicht können die Arbeitsfähigkeit von Schulleiter*innen fördern.

Susanne Döhler-Eschbach // In: nds 10-2015